Rheinische Post im September 2004

 

"Traum vom Atelier in Bilk"

  >> PORTRAIT: Malerin und Kinderbuchautorin

Hamm. Wer kennt das Problem nicht: Man kauft einen Fünfer-Pack Socken, steckt sie in die Waschmaschine, und schon ist eine Socke verschwunden. "Da war wohl der Sockenkönig am Werk, meint die freischaffende Künstlerin Susanne Behr. Eigentlich sollte die Bankkauffrau am Schreibtisch sitzen anstatt sich mit solchen Rätseln zu beschäftigen. Und das dann in einem Kinderbuch zu lösen, einem handgemalten Unikat, dass Kinder- und Elternherzen höher schlagen lässt. Doch in künstlerischer Kreativität liegt eben die Berufung von Susanne Behr.

Nach der Geburt ihres Sohnes 1992 ergriff sie die Gelegenheit, künstlerisch tätig zu werden. Statt zurückzukehren in den Bank-Job, begann sie zu malen. Zuerst kopierte sie andere Maler. Ihr liebstes Objekt: Frauen. Die ersten Werke hängen noch heute in ihrer Wohnung, sind unverkäufliche Souveniers ihrer künstlerischen Entwicklung. Mit der Zeit nahmen die

Frauenfiguren ihre ganz persönliche Note an, wurden abstrakter, tauchten ein in komplexe "Traumwelten" aus Farbenrausch und Figuren. Behrs Talent wurde in der Kunstwelt schnell erkannt, der Düsseldorfer Künstler Don Lenzen nahm die Autodidaktin unter seine Fittiche. "Von ihm und seinem Künstler-Netzwerk habe ich mir viele Tricks abgeschaut". Inzwischen hat die Künstlerin ihre Werke auf über 30 Ausstellungen präsentiert. Zur Zeit läuft die erste Ausstellung im Ausland, in einem Nobelrestaurant in Luxemburg. "Das kann ich noch gar nicht richtig fassen."

Mit dem Schreiben fing sie ihrem Sohn zu Liebe an. Die Bücher folgten daher altersgerecht seiner Entwicklung: Eine Lokomotive auf Abenteuern. Der Sockenkönig. Zur Zeit arbeitet sie an einem Gruselbuch, denn inzwischen ist ihr Sohn zwölf Jahre alt. Die selbst gedruckten, gebundenen und per Hand nochmals mit Zeichnungen verschönerten Bücher kommen gut an bei Freunden, Bekannten, und, über das Internet, bei Fremden. "Wenn ich mal Zeit finde, werde ich einen Verlag suchen." Ihr kaufmännischer Hintergrund kann dafür nur von Nutzen sein. Auch um ihrem Traum einen Schritt näher zu kommen: ein kleines Atelier mit Malschule in Bilk. "Vorne meine Bilder ausstellen und hinten mit Kindern arbeiten. Das wäre perfekt."

www.susannebehr.de

 

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